Wissenschaftler verpflanzen genetisch verändertes Schweineherz in einen Menschen


(Foto: University of Maryland)
Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, einem menschlichen Patienten ein Schweineherz zu verpflanzen.

David Bennett, ein 57-jähriger Patient mit einer Herzkrankheit im Endstadium, erhielt letzte Woche die Transplantation an der medizinischen Fakultät der University of Maryland. Bennett galt als zu krank, um auf die Warteliste für ein menschliches Herz gesetzt zu werden. Angesichts der Dringlichkeit seines Falls galt Bennett als akzeptabler Kandidat für die riskante, aber wissenschaftlich wirksame Transplantation des Schweineherzens – ein Verfahren, an dem jahrelang gearbeitet wurde.

Forscher und Mediziner haben sich schon früher zusammengetan, um Xenotransplantationen (den Transfer von Organen, Körperflüssigkeiten oder anderem Gewebe zwischen den Spezies) durchzuführen, beispielsweise bei Schweinenieren in lebende Menschen. Wissenschaftler haben sich in der Vergangenheit Sorgen gemacht, dass Virusgene (bekannt als porcine endogene Retroviren) menschliche Empfänger infizieren könnten, eine Besorgnis, die erst mit der erfolgreichen Transplantation von Schweinepankreaszellen in den Menschen im Jahr 2010 nachließ. Seitdem praktizieren Forschungsteams die Transplantation von Schweineherzen in Paviane in der Hoffnung, dass ein ähnliches Verfahren eines Tages ein Menschenleben retten könnte.

Das Herz, das Bennett erhielt, stammte von einem Schwein, das von Revivicor entwickelt wurde, einer Firma, die für die Gentechnik von „Xeno-Organen“ vor der Transplantation verantwortlich ist. Um das Herz vorzubereiten, veränderte Revivicor 10 Gene des Spendertiers. Vier Gene wurden eliminiert, da sie ansonsten Antikörper produziert hätten, die typischerweise für die Transplantatabstoßung verantwortlich sind oder das weitere Wachstum des Herzens nach Abschluss der Transplantation gefördert hätten. Die anderen sechs wurden in menschliche Gene eingeführt, um Bennetts Körper zu helfen, das gespendete Herz besser anzunehmen.

(Foto: University of Maryland)

Drei Tage nach dem Eingriff soll Bennett Zeichen der Akzeptanz gezeigt haben. Während die Immunabstoßung mehrere Wochen dauern kann, können erfolgreiche erste Tage vielversprechend sein. Bennett wurde nach der Transplantation durch eine Herz-Lungen-Bypass-Maschine sowie durch immunsupprimierende Medikamente zur Abwehr einer möglichen Abstoßung unterstützt.

„Dieses Schweineherz hat sich über unsere Erwartungen sehr gut entwickelt“, sagte Muhammad M. Mohiuddin, Professor für Chirurgie an der University of Maryland, in einem Video für NewScientist. "Wir haben keine Anzeichen einer Ablehnung gesehen."

Sollte sich Bennetts Transplantation (und andere, die ihr folgten) langfristig als erfolgreich erweisen, könnten xenotransplantierte Herzen ein Leuchtfeuer der Gesundheit und Hoffnung für diejenigen sein, die sonst auf traditionell langen Wartelisten sitzen würden. Solche Listen sind oft sechs Monate lang, wenn nicht sogar länger.

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